Fieber bei Kindern

Fieber bei Kindern

Glasige Augen, eine heiße Stirn, ein gerötetes Gesicht– die Anzeichen, dass ein Kind Fieber hat, sind ziemlich eindeutig. Häufig kommt ständiges Quengeln und Essensverweigerung hinzu.

Fieber ist bei Kindern keine Seltenheit. Kein Wunder, der kleine Organismus muss die bösartigen Krankheitserreger erst kennen lernen und die nötige Abwehr erst mobilisieren.

Fiebermessen bei Kindern

Um die Körpertemperatur genau zu bestimmen, empfiehlt es sich, Fieber im Po zu messen. Dies ist weitaus genauer als unter der Achsel oder auch unter der Zunge. Das gilt auch bei Kindern. Wichtig ist, dass Sie während dem Fiebermessen bei Ihrem Kind bleiben und das Thermometer festhalten. Vaseline auf dem Thermometer macht das Fiebermessen für Ihr Kind angenehmer.

Wissenswertes für Eltern

  • Fiebermessen im Po ist am genauesten
  • Ab 37,8 Grad Celsius bei Kleinkindern bzw. 38 Grad Celsius bei Kindern ist ein Arztbesuch notwendig
  • Acetylsalicylsäure ist bei Kindern nicht geeignet.

Gesunde Kinder haben eine Körpertemperatur von etwa 36,5° Celsius bis 37,5° Celsius.

Von „Fieber“ im eigentlichen Sinne spricht man ab einer Temperatur von 38 Grad, 37,5 Grad bis 38 Grad gelten als „erhöhte Temperatur“. 39° C gilt als hohes Fieber.

Es empfiehlt sich, die Temperatur bei Ihrem Kind regelmäßig (mehrmals am Tag) messen, um erkennen zu können, ob das Fieber schnell steigt bzw. anhält. Schreiben Sie sich die Werte genau auf, um dem Kinderarzt diese wichtige Information gegebenenfalls mitteilen zu können.

Wann sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen?

Sollte insbesondere einer der folgenden Punkte zutreffen, empfiehl es sich, einen Arzt aufzusuchen:

  • Bei Fieber ab 38 °C, wenn es sich um ein Baby oder Kleinkind handelt
  • Bei 37,8 °C, wenn es sich um einen Säugling von unter drei Monaten handelt
  • Schneller Fieberanstieg
  • Fieber, das länger als einen Tag anhält und trotz Wadenwickel und anderer Maßnahmen nicht fällt
  • Sehr hohe Temperaturen, insbesondere über 39 Grad
  • Wenn das Kind insgesamt matt wirkt und sich unwohl fühlt (Schläfrigkeit, Appetitlosigkeit, Fieberkrampf, Erbrechen)
  • Bei unerklärlichem Hautausschlag in Verbindung mit Fieber

Sollten Sie sich nicht sicher sein: Lieber ein Arztbesuch zu viel, als zu wenig!

Fieber senken um jeden Preis?

Egal ob bei Kindern oder bei Erwachsenen: Fieber ist an sich ein gutes Zeichen, es zeigt uns, dass unser Körper den Kampf gegen die Krankheitserreger aufgenommen hat. Insofern muss Fieber nicht zwingend gesenkt werden, um diesen Prozess nicht unnötig negativ zu beeinflussen. Je nach Alter des Kindes kann bis 38 bzw. 38,5 Grad – gegebenenfalls nach Rücksprache mit Kinderarzt – abgewartet werden, ob das Fieber nicht von alleine wieder fällt.

Es gibt aber auch Fälle, in der eine Fiebersenkung bereits bei niedrigeren Temperaturen angezeigt ist:

  • Bei Grunderkrankungen, die Herz oder Lunge betreffen
  • Bei Neigung zu Fieberkrämpfen (vor allem bei Kindern bis zu 5 Jahren)
  • Bei rasch ansteigendem Fieber (hier auch den Arzt konsultieren!)
  • Bei hohem Fieber um die 39 Grad
  • Wenn sich ihr Kind unwohl fühlt und „mitgenommen“ wirkt
  • Wenn ihr Kind nichts essen möchte
  • Wenn Kopf- und Gliederschmerzen auftreten und der Kreislauf belastet zu scheint

Hilfe bei Fieber von Kindern

Tritt Fieber bei Kindern auf, sind es insbesondere altbewährte und sanfte Hausmittel, die zur Behandlung in Frage kommen.

Zum Beispiel:

  • Wadenwickel: Tränken Sie zwei Tücher mit Wasser, das Zimmertemperatur hat. Diese Tücher werden dann um beide Waden gewickelt, um die Körperwärme abzuleiten. Der Wickel sollte nicht länger als 15 Minuten anliegen, er sollte entfernt werden, wenn er warm geworden ist. Den Wickel mehrmals am Tag wiederholen. Achtung: Hat Ihr Kind Schüttelfrost, ist von Wadenwickeln abzusehen.
  • Nasse Socken zum Fiebersenken: Die Alternative zum Wadenwickel: Die Füßchen in nasse Socken gesteckt, Wollsocken drüber – fertig!
  • Ein feuchter Waschlappen auf der Stirn kann Linderung verschaffen
  • Pfefferminzöl-Lösung, die auf die Schläfen und Stirn aufgetragen wird. Sie ist gut verträglich und kann bei Kindern ab 6 Jahren angewendet werden. Für Säuglinge und Kleinkinder bis zu drei Jahren sind ätherische Öle wie Pfefferminzöl nicht geeignet!
  • Holunderblütentee oder Lindenblütentee

Sollten diese Mittel keine Besserung bringen und das Fieber länger als einen Tag anhalten, ist ein Arztbesuch ratsam. Die Selbstmedikation sollte bei Kindern keinesfalls auf die Spitze getrieben werden.

Auch homöopathische Mittel können zur Behandlung von Fieber bei Kindern eingesetzt werden. In Frage kommen unter anderem Belladonna, Ferrum phosphoricum oder Gelsemium in Form von Globuli. Die Wirksamkeit dieser homöopathischen Fiebersenker ist bislang wissenschaftlich nicht erwiesen.

Was man bei der Behandlung von Fieber bei Kindern beachten sollte

Bei Kindern sollten keinesfalls Präparate mit Acetylsalicylsäure angewendet werden. Es kann zu gefährlichen Nebenwirkungen kommen.

Als Alternative bei Kopfschmerzen und Fieber hat sich bei Kindern Parazetamol bewährt. Wichtig ist hier, die genaue Dosierung für das jeweilige Alter und Körpergewicht zu beachten. Lesen Sie also genau die Packungsbeilage und fragen Sie Arzt oder Apotheker. Weil Kinder ungerne Tabletten schlucken, können Sie hier auf Lösung oder Zäpfchen zurück greifen. Ibuprofen ist als Saft speziell für Kinder erhältlich.

Fieber bei Kindern: Weitere Tipps für Eltern

Wichtig ist, dass Ihr Kind bei Fieber ausreichend trinkt. Ideal sind Kräutertees oder schlichtweg Wasser. Sollte Ihr Kind Appetit haben, geben Sie ihm leicht Verdauliches, zum Beispiel Milchreis oder Grießbrei. Auch die gute, alte Hühnersuppe kann bei Fieber gut tun. Bei Fieber ist ein heißes Bad nicht empfehlenswert. Besser: Ab ins Bett! Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend Ruhe hat. Wechseln Sie gegebenenfalls Bettwäsche und Nachthemd öfters.

Mehr über die allgemeine Behandlung von Fieber lesen Sie hier. Mehr über die Möglichkeiten der Behandlung von Kopfschmerzen erfahren Sie hier.

SOS: Was tun bei einem Fieberkrampf

Ein Fieberkrampf kommt vor allem bei Kindern von bis zu 5 Jahren vor.

Typische Anzeichen für einen Fieberkrampf sind:

  • Das Kind verdreht Augen und Arme
  • Zucken von Gesichtsmuskeln und Beinen
  • Aussetzen des Atems
  • Blaue Lippen
  • Vorübergehende Bewusstlosigkeit

Nach dem Krampf normalisiert sich der Zustand Ihres Kindes wieder, normalerweise ist nach maximal 3 Minuten alles vorbei. Ein Fieberkrampf ist in der Regel nicht gefährlich, dennoch eine angsteinflößende Situation für Eltern und Kind. Umso wichtiger, zu wissen, wie man bei einem Fieberkrampf reagiert.

  • Bleiben Sie ruhig.
  • Halten Sie Ihr Kind nicht fest. Sorgen Sie aber dafür, dass es sich nirgends anstößt oder herabfallen kann. Legen Sie es auf etwas weiches (Bett, Teppich).
  • Geben Sie bei einem Fieberkrampf ein Fieberzäpfchen mit Paracetamol. Es ist also ratsam, diese Fieberzäpfchen für Kinder in der Hausapotheke zu haben.
  • Sollte der Krampf länger als drei Minuten dauern, der Atem aussetzt oder es zu einem erneuten Anfall kommt: Rufen Sie den Notarzt.
  • Bringen Sie Ihr Kind nach dem Krampf in die stabile Seitenlage.
  • Auch bei überwundenem Fieberkrampf gilt: Verständigen Sie Ihren Kinderarzt.
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