Die häufigsten Erkältungsmythen

Die häufigsten Erkältungsmythen

Um kaum eine andere Erkrankung als die Erkältung ranken sich derart viele Mythen und Halbweisheiten. Kein Wunder, schließlich ist die Erkrankung eine der häufigsten Krankheiten, die man auch per Selbstmedikation behandelt. Und da bleibt es nicht aus, dass die Großmutter ihr Wissen an die Enkel weitergibt usw. Doch was ist dran an diesem Volkswissen rund um die Erkältung? Sind es wirklich Mythen oder steckt doch ein Fünkchen Wahrheit dahinter? Wir haben die häufigsten Erkältungsmythen einmal genauer unter die Lupe genommen.

Erkältungs-Mythos 1: Kälte ist Auslöser einer Erkältung.

Das stimmt nur indirekt. Richtig ist: Winterzeit ist Erkältungszeit. Aber das hat nur indirekt etwas mit Kälte zu tun. Denn ist es draußen kalt, halten wir uns vermehrt in überheizten Räumen auf. Die Heizungsluft trocknet unsere Schleimhäute aus und sie verlieren so ihre Schutzfunktion vor Viren und Bakterien. Hinzu kommt, dass das Immunsystem des Menschen in der dunklen Jahreszeit auch durch das Schlafhormon Melatonin oder einen Mangel an Vitamin D geschwächt sein kann. Nicht zuletzt kommen wir in Herbst und Winter in sehr engen Kontakt mit vielen Menschen – sei es im Kaufhaus, im Bus oder in der Bahn. Die Viren haben hier also keine weiten Wege zurück zu legen. Eine Tröpfcheninfektion ist vorprogrammiert.

Hier lesen Sie mehr über die Tröpfcheninfektion.

Erkältungs-Mythos 2: Eine Erkältung kommt 3 Tage, bleibt 3 Tage, geht 3 Tage.

Dieser Mythos kommt schon ziemlich nah an die Wahrheit ran. Im Schnitt dauert eine Erkältung etwa 7 Tage, nach spätestens zwei Wochen sollten alle Symptome komplett abgeklungen sein. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Erkrankung liegt bei 2 – 5 Tagen. Die Erkältung verläuft meist Schritt für Schritt. Während zunächst nur ein Halskratzen oder Halsschmerzen eine Erkältung ankündigen, kommen später Schnupfen und Husten hinzu.

Hier lesen Sie mehr über den Verlauf einer Erkältung.

Erkältungs-Mythos 3: Bei einem Saunagang kann mit die Erkältung einfach „rausschwitzen“.

Achtung! Das stimmt so nicht. Denn der Körper ist bei einer Erkältung geschwächt, die heißen Temperaturen in der Sauna stellen eine zusätzliche Belastung für Herz und Kreislauf dar, die man jetzt unbedingt vermeiden sollte. Ruhe und Schonung ist das Richtige bei einer Erkältung. Richtig ist allerdings, dass der regelmäßige Saunagang als Vorbeugung einer Erkältung sinnvoll ist. Denn hier kommt die Durchblutung so richtig in Schwung. Also in die Sauna nur, wenn man auch gesund ist!

Hier lesen Sie mehr über die besten Tipps für ein starkes Immunsystem.

Erkältungs-Mythos 4: Mit einer Impfung kann ich mich vor einer Erkältung schützen.

Das stimmt nicht. Denn hier wird der Begriff Erkältung mit der Grippe verwechselt – und das passiert häufig. Vor einer Grippe kann man sich mit einer Grippeschutzimpfung schützen. Diese Schutzimpfung macht allerdings nur gegen den Erreger der echten Grippe, dem Influenza Virus, immun. Vor der Vielzahl der Erkältungsviren, wie beispielsweise Rhino- oder Adenoviren, ist man auf diese Weise keineswegs sicher. Der beste Schutz vor dem Angriff der Erkältungsviren ist und bleibt ein starkes Immunsystem. Es lohnt sich also, wenn Sie Ihre Abwehrkräfte in Schwung bringen, durch Sport und eine vitaminreiche Ernährung. Auch Zink und Vitamin C können unserem Immunsystem zusätzlich auf die Sprünge helfen.

Erkältungs-Mythos 5: Erkältung? Küssen verboten!

Bei einer Erkältung werden die Erreger hauptsächlich durch Tröpfchen übertragen. Die Erreger befinden sich im Sekret von Mund, Nase und Augen. Jeder Kontakt mit den Schleimhäuten kann also eine potenzielle Krankheitsüberübertragung bedeuten. So schade es ist: Um andere nicht anzustecken, sollte also für die Zeit von Husten, Schnupfen und Halsweh das Küssen unterlassen werden.

Erkältungs-Mythos 6: Eine Erkältung ist die Vorstufe einer Grippe.

Das stimmt nicht ganz. Denn eine Grippe wird von komplett anderen Viren hervorgerufen, als eine Erkältung. Bei einer Grippe ist das Influenza-Virus der Übeltäter, bei einer Erkältung die typischen Erkältungsviren wie Adenoviren oder Rhinoviren. Das eine hat mit dem anderen also nicht wirklich etwas zu tun. Allerdings ist das Immunsystem durch eine Erkältung geschwächt – das Risiko, dass jetzt auch andere Krankheitserreger, wie zum Beispiel das Grippevirus „andocken“, ist also deutlich erhöht. Gönnen Sie sich daher während der Erkältung Ruhe und kurieren Sie diese richtig aus, denn dies unterstützt Ihr Immunsystem.

Erkältungs-Mythos 7: Mit Antibiotika ist die Erkältung schnell überstanden.

Das ist so nicht richtig. Antibiotika haben die Eigenschaft gegen Bakterien zu wirken, indem sie diese abtöten oder die Vermehrung verhindern. Allerdings sind bei einer Erkältung in den meisten Fällen gar keine Bakterien mit im Spiel. Hier sind die Viren die Auslöser . Und gegen Viren kann man ursächlich nicht wirklich etwas unternehmen. Außer es handelt sich um eine schwere, echte Grippe, dann kann die Gabe von Virostatika angebracht sein.

Im Normalfall aber geht es bei der Behandlung einer Erkältung primär darum, die Erkältungssymptome zu lindern, also gezielt etwas gegen Schnupfen und Halsweh, gegen Kopfschmerzen und Fieber und auch gegen Husten zu unternehmen. Unterstützend können pflanzliche Arzneimittel helfen, das Immunsystem im Kampf gegen die Krankheitserreger zu stärken. Bei der Behandlung einer Erkältung handelt es sich also um eine symptomatische und keine ursächliche Therapie.

Die Einnahme von Antibiotika kann allerdings notwendig werden, wenn es im Verlauf einer Erkältung zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien kommt, so zum Beispiel bei einer Bronchitis oder eine Sinusitis (bakterielle Superinfektion).

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